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Magisches Island I (5.2.2003 - 00:00)
Island im hohen Nordwesten Europas ist eines der kleineren Länder dieses Erdteils. Es liegt direkt unterhalb des Polarkreises und zählt rund 282.000 Einwohner. Nicht die geringe Bevölkerungszahl ist erstaunlich, sondern die Tatsache, daß Isländerinnen und Isländer überall auf der Welt anzutreffen sind:
Auf dem Siegerpodest der Olympischen Spiele in Sidney, im ewigen Eis der Pole, als Laden- oder Hotelbesitzer an populären Stellen Europas, als Reporter in aller Welt, als diplomatisches Corps im Jet Set, als herausragende Künstler an der Scala und der Metropolitan Opera, als Schiffer auf allen sieben Weltmeeren, an der Börse in New York, bei der Expo Hannover in ihrem populären Pavillon, auf dem Gipfel des Mount Everest, als helfende Hand in Krisengebieten oder als Reisende überall dort, wo die Welt interessant ist. Die Frage mag sich stellen, ob überhaupt noch jemand auf der Heimatinsel zugegen ist, ob den Volkszählern nicht ein Großteil der Staatsbürger entgangen sein mag. Aber die Erhebungen stimmen, seit in Island die weltweit erste, umfassende Volkszählung der Neuzeit im Jahr 1703 durchgeführt wurde. Die Isländer sind ein kleines, seit der Wikingerzeit reise- und unternehmungslustiges, vor allem aber selbstbewußtes Völkchen, das zusammenhält und darüber orientiert ist, wo die einzelnen Mitglieder der übersichtlichen Gemeinschaft jeweils stecken und was sie bewegt. Im Getriebe großer Länder gelten die Kleinen häufig als kurios, als unvollständig oder als "noch nicht so weit", als wären sie jüngere Geschwister. Auf das kleine Island, das in einigen Bereichen führend und in anderen richtungsweisend ist, trifft diese Unterstellung jedenfalls nicht zu, wie nachfolgend zu sehen sein wird. Inseln tun gut daran autark zu sein. Island ist es in mehrfacher Hinsicht. Es sorgt durch Wasserenergie für den eigenen Strom und nutzt dazu nicht einmal knappe zehn Prozent der insgesamt verfügbaren Energie. Und dank des in den meisten Landesteilen reichlich vorhandenen heißen Wassers aus dem Erdinnern ist die Insel auf recht anheimelnde Weise wärmetechnisch autark - sogar die Bürgersteige der Hauptstadt werden mit Abflußenergie beheizt und ersparen den Passanten gefahrvolle Situationen während der kalten und unwägbaren Wintermonate. Wo Heißwasser nicht von selbst an die Oberfläche tritt wird danach bis in eine Tiefe von knapp drei Kilometern gebohrt.
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