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Sportler im Luftangriff (18.2.2007 - 00:00)

Das Frühjahr lockt die Hochleistungsmannschaft hinaus zum Training, gerade dann, wenn die Zugvögel aus südlicheren Ländern kommen, um zu brüten, auszuruhen und das Land zu genießen. Der Mannschaftskapitän wählt eine ideale Route entlang der einige Kilometer langen Halbinsel, die wie ein Schnabel geformt ist. Dort sollen die Kameraden bis zum Herbst regelmäßig joggen und die Glieder lockern und gleichzeitig die Gedanken aufmuntern.
Auf der einen Seite liegt das bewegte Meer, das an der felsigen Küste Sinfonien spielt, und der Duft von Tang erfüllt die Sinne. Auf der anderen ist ein kunstvoll angelegter Golfplatz mit kurz geschorenem Rasen in Grüntönen, und in die Bahnen fügen sich bogenförmige Gruben voller Muschelsand ein. Beim Golfplatz ist ein Teich mit Holmen, ebenso ideal zum Brüten und Nisten wie die gesamte Küstenlinie. Die Truppe zieht an einem sonnigen Tag los, als die Berge blaue Töne auf ihren Flöten spielen. Die Aussicht nach Westen auf das Meer scheint endlos, und es ist, als ob Amerika am Horizont auszumachen sei. Auf dem Land ist alles in Bewegung; Golfkugeln werden geschlagen und schweben in das gesetzte Ziel. In der Luft scheinen Hunderte Flugzeuge in alle Richtungen zu fliegen, und mannigfaltige Vogelstimmen singen zur Begleitung der Naturtöne. Der Anfang verspricht Gutes, die Mannschaft ist heiter und leichtfüßig. Doch im Handumdrehen ist es, als ob Angriffsflugzeuge des US-Militärs einen Bombenregen auf Bagdad werfen, als eine Schar Küstenseeschwalben sich über die Truppe hermacht. Das Geschrei ist ein schrilles kri-kri- ... kri-kri-kri .. kri-kri, während der Vogel sich auf die Gegner stürzt und schleimigen, milchweißen Kot über ihnen abläßt. Die Leute gestikulieren und beginnen zu rennen, so schnell die Füße tragen, als ein weiterer Angriff über ihnen hereinbricht. Die Küstenseeschwalben sind hell mit schwarzen Häubchen, Schnabel und Füße sind rot, der Schwanz ist tief gekerbt, und sie bepicken die Köpfe der Leute unaufhörlich bis aufs Blut, so daß es schmerzt. Die Angriffe halten an, bis die schutzlosen Opfer auf den Knien ins gesetzte Ziel kommen, die Gesichter blutverschmiert. Die Rettungsmannschaft der Pfadfinder kommt ihnen zu Hilfe und bringt die kriegsgeschädigte Mannschaft zur Ambulanz, wo die Wunden versorgt und Schocktherapie gewährt werden. Nach diesem Ereignis werden Helme aufgesetzt, wenn die Strecke zur gleichen Jahreszeit eingeschlagen wird. / (Autor: Ármann Reynisson)

Beitrag von Gudrun M. H. Kloes
 
 

 
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