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Gewisse Raritäten Ebenezer Henderson "Island, oder: Tagebuch seines Aufenthalts daselbst in den Jahren 1814 und 1815" ist das älteste Buch, herausgekommen 1820 in Berlin, in der Übersetzung (aus dem Englischen) von C. F. Franceson. 2 Teile in einem Band, mit einer Karte in Steindruck. Sehr schön auch: (Achtung Schreibweise) Jón Svensson, "Nonni. Erlebnisse eines jungen Isländers von ihm selbst erzählt" mit 12 Bildern, Originalausgabe 1913 (das Werk gibt es übrigens nicht in isländisch), Freiburg. Das Vorwort des Verlegers (Herdersche Verlagsbuchhandlung) beginnt so: "Mit Jón Sveinsson dürfte zum erstenmal ein charakteristischer Vertreter der jungisländischen Literatur in einem deutsch verfassten Werke sich unserer Leserwelt vorstellen. Wir sehen darin ein erfreuliches Zeichen des Anschlusses germanischer Art und Kunst an das stammverwandte Volk und geben deshalb dem Büchlein ein kurzes Begleitwort." (...) Wie gesagt, 1913. Rarität Nr. 3: Büchergilde Gutenberg, 1937: "Das Brautkleid" von Kristmann Guđmundsson. Übersetzt von Ernst Züchner (der kommt wiederum im Film "Tár úr Steini" vor - der Film behandelt das Leben Jón Leifs, Musiker/Komponist/Dirigent, siehe weiter unten. Züchner erscheint in dem Film als rätselhafter Mensch). Kristmann ist einer der "vergessenen" Autoren, was wohl nicht zuletzt mit der Epoche seines Wirkens zu tun hat? Rarität Nr. 4: "Wir beide ritten durch Island", Bertelsmann Lesering 1952, Erstauflage. Beschreibung eines Islandrittes, sehr schön, nette Zeichnungen und Fotos des Autors (Friedrich Mörtzsch). Und nicht zuletzt: "Der Norden. Sonderlehrgang 1. Teil. 15. Sammelband der Schriftenreihe SOLDATENBRIEFE ZUR BERUFSFÖRDERUNG". Herausgeber: "Im Auftrag des Oberkommandos der Wehrmacht hergestellt durch den Verlag Ferdinand Hirt, Breslau/Leipzig, 1941." Ein für seine Zeit kaum nazistisch gefärbtes Buch, sehr sachlich und umfangreich, vor allem korrekt. Bedeutend fragwürdige Texte stehen in den alten Islandberichten, z.B. "Der nordische Sippenkult und die deutsche Rassenfrage", von Dr. Jon Alfred Mjöen, Oslo (Island, Vierteljahresschrift der Vereinigung der Islandfreunde, XX. Jahrgang, Okt.-Dez. 1934, Heft 3, Eugen Diederichs Verlag in Jena). Der Beitrag beginnt folgendermaßen: "Die deutsche Volkserhebung war ohne Zweifel der größte Wendepunkt in der Geschichte der abendländischen Kultur. Die, welche ausserhalb des Brennpunktes dieser Geschehnisse stehen und die sichtbaren Auswirkungen des Kampfes nur von außen her sehen, werden geneigt sein, allzu starkes Gewicht auf die äußeren Methoden zu legen: Judenboykott, Numerus clausus, literarische Autodafés, Konzentrationslager, Aufhebung der anderen Parteien und der Gewerkschaften, Ablösung des Parlamentarismus. - " (...) Es folgt eine Rechtfertigung der nationalsozialistischen Lehre, begründet auf den Sippenkult der nordischen Völker. Von den drei Ausgaben der Grettissaga, die ich besitze, ist "Aus Islands Vorzeit, Gretter der Starke. Einer alten Isländischen Urkunde nacherzählt." Berlin 1896, von E. Dagobert Schönfeld, die interessanteste Ausgabe, um mit dem Urtext verglichen zu werden. Zum Thema Übersetzungen habe ich einige Raritäten, darunter Páll Þorkelsson: "Íslensk fuglaheita-orđabók međ frönskum, ensum, þýskum, latneskum og dönskum þýđingum", M.M., Páll Þorkelsson, Reykjavík 1916, mit einem Beiheft aus dem Besitz von Prof. Dr. Hans Kuhn: Faroese Bird-Name Origins, von W.B. Lockwood, Tórshavn 1972. Ausgesprochen wertvoll (als Lesebuch und als Lernstoff in Sachen Übersetzungen) ist: "Isländische Dichter der Neuzeit in Charakteristiken und übersetzten Proben ihrer Dichtung. Mit einer Übersicht des Geisteslebens auf Island seit der Reformation, von J.C. Poestion" (mit einer Widmung des Autors). Leipzig 1897. Ein alles in allem wunderbares Buch! Im Augenblick ist folgendes Buch (unter den älteren) mein Favorit: Jón Leifs (man erinnert sich: Musiker/Komponist/Dirigent) "Islands künstlerische Anregung. Bekenntnisse eines nordischen Musikers." Islandia Edition, Reykjavík 1951. Leifs schreibt auf Seite 37 (er schrieb natürlich deutsch, weil er so lange in Deutschland wirkte, auch umstritten zur Nazizeit, wovon seine "Bekenntnisse" aber frei sind): "Manche Menschen des Kontinents betrachten den Norden als düster und traurig oder nebelhaft, der Nordländer sei so ernst, er lache selten und besitze überhaupt nicht die rechte Fröhlichkeit. Er mag gewiss ohne triftige Gründe kein Lärmer sein. Uns Nordländern wird aber der wolkenlose Himmel des Südens auf die Dauer eher monoton erscheinen, als der geballte und von kühnen Bewegungs-Bildern durchströmte Wolken-Himmel des Nordens. Trotz des nicht lauten Wesens, besitzt gerade der Nordländer einen schalkhaft echten Humor, unbekümmert frohes Draufgängertum, frohgelaunte Kühnheit, - schon im Klang der Sprachen, - aber auch den Freiheitssinn, - zuweilen bis zur Vereinsamung." Besonders gern lese ich "Vćttatal", das isländische Geisterverzeichnis, von Árni Björnsson, und "A Piece of Horse Liver; Myth, Ritual and Folklore in Old Icelandic Sources" von Jón Hnefill Ađalsteinsson kommt als nächstes dran. Und "Sörli; Geschichten und Gedichte um Rosse, Reiter und Ritte in Island", Úlfur Friđriksson/Wolf v. Seefeld, Selbstverlag 1991 ist natürlich immer wieder schön! Bitte bedenken Sie: Ich sammele und übersetze nordische Literatur und Sachbücher, aber ich führe keinen Buchhandel und kein Antiquariat. Daher kann ich Ihnen bei Anfragen zur Beschaffung der Bücher leider nicht weiterhelfen. Antiquarische Bücher über Island bekommen Sie z. B. bei der Buchhandlung Roemke in Köln - mehr dazu in der Rubrik Links. Oder während Ihres Island-Urlaubs im Antiquariat: Bókvarđan, Fornbókabúđ, Vesturgata 17,101 Reykjavík. |
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